Energetische Blockaden lösen.

Diese Form der sanften Körperarbeit zielt in erster Linie direkt darauf ab, Verspannungen aufzufinden und auszugleichen.

 

Können Verspannungen in Muskeln, Faszien, Gelenken, Anspannung im Nervensystem und energetsiche Blockaden gelöst werden, kann der Menschen ganz von selbst in einen Zustand der Erholung gelangen und so auch tieferliegende Ungleichgewichte besser bewältigen.

 

Don´t push the river, it flows by itself...

Dieses Zitat vom Psychotherapeuten Fritz Perls, beschreibt sehr gut die Grundprinzipien der Craniosacral-Praktik. Die Grenzen des Individuums werden stets geachtet und der natürliches Fluss der Energie unterstützt. Nichts wird forciert, im Gegenteil, den natürlichen Regulationskräften des Menschen wird Raum gegeben.

 

Durch sehr sanfte Behandlungstechniken am Schädel, dehnende und massierende Berührungen, beispielsweise an Muskeln von Rücken, Becken, Bauch und Nacken können Stressblockaden auf sanfte Art gelöst und Verspannungen abgebaut werden.

Das Ergebnis: ein wohltuender Zustand der Tiefenentspannung.

 

Die Wirkungen auf den Organismus

Was im Allgemeinen als Entspannung bezeichnet wird, ist bei genauerem Hinsehen sehr viel mehr. Die Wirkung der Craniosacral-Praktik auf den Organismus kann unter anderem wie folgt charakterisiert werden:

  • auf den Bewegungsapparat: entlastend und entkrampfend durch Absenkung des Muskeltonus und der Gewebespannung. Muskeln, Faszien und Gelenke können sich entspannen und ein neues Gleichgewicht finden.
  • auf die autonomen Regulationssysteme des Körpers, wie zb.:
    • Hormonsystem: Abbau von Stresshormonen wie Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol (= Stressabbau)
    • Lymphsystem: Anregung des Lymphsystems und damit einhergehende verbesserte Entgiftung des Körpers, sowie Aktiverung des Immunsystems.
    • Nervensystem: Ausgleich des autonomen Nervensystems, insbesondere Anregung des Parasyspathikus (=Regeneration)
    • Bluddruck, Kreislauf: Beruhigung der Kreislauftätigkeit und Vertiefung von Atmung und Durchblutung.
  • Förderung der Verdauungstätigkeit: Anregung der Darmperstaltik
  • Verbesserung des Schlafes und der Regeneration: durch Stressabbau und Beruhigung des Nervensystems
  • Wahrnehmungsschulung (differenziertere Selbstwahrnehmung)
  • Entlastung und Training des Immunsystems

 

Meine Aufgabe besteht darin, mit achtsamen Händen zu erspüren, wo und zu welchem Zeitpunkt der Körper Berührungsreize braucht und auch zu erkennen, wann er genug hat. Verspannungsort und Behandlungsort liegen häufig weit auseinander. Da unser Bindegewebe (zb. Faszien) alle Bereiche des Körpers, bis hinab auf die Zellebene, miteinander verbindet, kann jede Stelle auch über Punkte aus der Ferne erreicht werden. Wundern Sie sich daher bitte nicht, dass ich bei Nackenverspannungen beispielsweise Punkte an der Fußsohle drücke.

Behandlungsziel: Selbstregulation

 

Setting

Die Behandlung findet im Liegen auf einer Therapieliege in Alltagskleidung statt. In Ausnahmefällen kann es notwendig sein, Kleidung abzulegen, um bestimmte Muskeln besser zu erreichen, im Allgemeinen ist dies aber nicht erforderlich. Es ist von Vorteil zumindest 2-3 Stunden vorher keine schwere Mahlzeit mehr einzunehmen.

 

Craniosacrale Körperarbeit wird im Allgemeinen sehr gut vertragen und eignet sich insbesondere auch als begleitende Anwendung zu schulmedizinscher Therapie (in Abstimmung mit dem/der behandelnden Arzt/Ärztin) oder als präventive Maßnahme.

 

Das craniosacrale System

Der Begriff “craniosacrales System” setzt sich aus den anatomischen Begriffen Cranium (Schädel) und Sacrum (Kreuzbein) zusammen und besteht neben diesen beiden Komponenten aus dem Gehirn, der Wirbelsäule, deren Membransystemen sowie dem Flüssigkeitssystem (Liquor) in Gehirn und Wirbelsäule. Man versteht darunter eine pulsierende physiologische Einheit, die sich rund 1,5 – 12 mal pro Minute ausdehnt und wieder zusammenzieht. Diese feine Bewegung wird vom Praktiker wahrgenommen und unterstützt, wo dies sinnvoll ist.

 

Die Grundprinzipien, erste wesentliche Entdeckungen und Methoden-Entwicklungen gehen auf den Begründer der Osteopathie, Andrew Tailer Still (1828 – 1917) und die Osteopathen William Sutherland und John E. Upledger zurück.

 

Die Gezeiten im Körper: der Primär-Respiratorische-Mechanismus (PRM)

 

Neben Atmung und Kreislauf können weitere rhythmische Bewegungsmuster im Körper des Menschen beobachtet werden. Der soggenannte Primär-Respiratorische-Mechanismus (PRM) kann ca. 7-12 x pro Minute als Weitung und Zusammenziehen ertastet werden. Darüberhinaus kennt man die periodische Bewegung der “mid-tide”, welche rund 2 mal pro Minute und die “long-tide”, welche ca. 1 x pro 90 Sekunden erspürt werden kann. Dabei handelt es sich um eine tidenartige Ausdehnung und Schrumpfung des Körpers, vom Prinzip den Gezeiten des Meeres vergleichbar. In Zusammenhang mit diesen Rhythmen spricht man auch vom “Breath of Life” – dem Lebensatem also, der allem Lebendigen innewohnt.

 

Diese Bewegung umfasst alle Bereiche des Menschen und kann mit trainierten Hände erspürt werden. Dementsprechend lässt die Art und Qualität der Bewegung Rückschlüsse auf die Vitalität des Organismus zu.

 

Ähnlich wie viele andere ganzheitliche Anwendungen (zb. TCM), geht man auch hier davon aus, das Blockaden in einem Teil des Körpers den Energie- und Informationsfluss des craniosacralen Systems beeinträchtigen und dies so negative Auswirkungen auf Wohlbefinden und Gesundheit haben kann.

Gesundheit, Wohlbefinden und der Faktor Stress

 

Das craniosacrale System ist also nicht nur Spiegelbild der Gesundheit, sondern steht direkt mit wichtigen Teilsystemen und Strukturen im Körper in Verbindung. So werden zb. das Hormonsystem, Blutdruck-, Blutzucker-, Nerven- und Lymphsystem, Organe, sowie Muskeln, Faszien und Bindegewebe davon direkt und indirekt beeinflußt.

 

Unser Organismus ist ständig bemüht eine Balance (Homöostase) herzustellen. Und normalerweise ist er in der Lage Belastungen aller Art durch Anpassungsreaktionen wieder auszugleichen. Anders bei Dauerstress, welcher zu Spannungszuständen führen kann, der keine Zeit für ausreichende Regeneration mehr übrig lässt. Die Folge ist eine Art Verschiebung in unserem autonomen Nervensystem hin zur Aktivphase (sympathikotoner Zustand) – in Folge dessen der Gegenspieler im Nervensystem (Parasympathikus) unterdrückt ist und zu wenig Einfluss hat, um die notwendige Regeneration vorzunehmen.

 

Die Folgen können vielfältig sein: Ermattung, Müdigkeit und Gereiztheit bis zu Schlafproblemen und Autoimmunerkrankungen. Eine sehr wichtige Basis für ein gesundes Leben ist also ganz simpel ausgedrückt: ausreichend Zeit zur Regeneration.

Kurzzeitregeneration durch craniosacrale Körperarbeit

 

Die sanften Behandlungstechniken der craniosacralen Körperarbeit eignen sich daher gut, den Organismus dabei zu unterstützen wieder in sein Gleichgewicht zu finden. Nicht Druck und Eingreifen von Aussen sind dabei zielführend, sondern mit äußerster Sanftheit dem Körper genug Stille und Beruhigung zu geben, um selbst für Entspannung sorgen zu können. Die ruhige, passive und achtsame Begleitung des Praktikers stehen hier im Vordergrund.

 

Die Folge ist eine verbesserte Pulsation im Organismus, welche auf die stärkere Tätigkeit des craniosacralen Systems zurückzuführen ist. Die Selbstregulationsmechanismen beginnen nun den Körper neu auszubalancieren.